Haben nur Pferde mit Fesselbehang Probleme mit Milben?

Milben sind lästige Parasiten, die bei Pferden viel Unbehagen verursachen können. Die bekanntesten sind die Beinräudemilben, die häufig bei Pferden mit starkem Fesselbehang vorkommen, wie z. B. Kaltblütern und Friesen. Aber auch Pferde ohne Behang können von einem Milbenbefall betroffen sein!

Haut

Milben

7 Januar '26 2 Min Lesezeit

Nicht nur Pferde mit Behang leiden unter Milben. Milben können alle Pferde befallen – unabhängig von Fellfarbe oder Abzeichen. Bei hellen Fellen oder an wenig behaarten Stellen, wie den Beinen eines Warmbluts, sind sie manchmal sogar besser sichtbar. Dennoch treten Milben häufiger bei Pferden mit viel Haar an den Beinen auf. Milben lieben warme, feuchte Verstecke – und dicht behaarter Fesselbehang ist dafür ideal. Außerdem wird ein Milbenbefall bei Pferden mit viel Behang oft später entdeckt. Dadurch haben die Milben mehr Zeit, sich zu vermehren und Hautschäden zu verursachen. Milben können also bei allen Pferden vorkommen.

Schäden und CPL durch Milben

Milben treten bei Pferden vor allem im Herbst und Winter auf und können Juckreiz, Krustenbildung und Haarausfall verursachen. Sie jucken nicht nur, sondern graben Gänge in die oberste Hautschicht. Das führt zu Hautschäden und einer verminderten Hautabwehr, wodurch bakterielle Infektionen leichter entstehen können. Dies wird häufig mit Mauke verwechselt. Mauke kann zwar auch eigenständig auftreten, wird aber oft (mit) durch Milben verursacht. Ein Milbenbefall erhöht außerdem das Risiko für Einschuss sowie für Schäden an den Lymphgefäßen in den Beinen. Dies kann letztlich zur schmerzhaften Erkrankung CPL (Chronisch Progressives Lymphödem) führen, bei der Pferde vor allem an den Unterschenkeln dicke Knoten und tiefe Hautfalten entwickeln. Schäden am Lymphsystem sind irreversibel – deshalb ist die Vorbeugung gegen Milben für gesunde Pferdebeine extrem wichtig!

Milben an Beinen, Kopf und Rücken

Wie oben beschrieben, ist die wichtigste Milbe bei Pferden in den Niederlanden und Belgien die Beinräudemilbe (Chorioptes equi). Sie liebt dichten Fesselbehang mit warmen, feuchten Fesselbeugen. Es gibt jedoch auch andere Milbenarten, die bei Pferden Probleme verursachen können – diese treten häufiger am Kopf oder am Rücken auf. Nicht nur Behang lädt Milben zur Ansiedlung ein: Auch Pferde mit bereits geschädigter Haut sind besonders anfällig. Kontrolliere daher regelmäßig Haut und Fell deines Pferdes, insbesondere die Beine und die Fesselbeugen. Vor allem bei Pferden mit viel Kontakt zu anderen (möglicherweise infizierten) Pferden sowie bei feuchten oder schlammigen Bedingungen. Achtung: Auch eine dicke Stroheinstreu ist ein beliebtes Versteck für Milben.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da ein Milbenbefall das Risiko für Einschuss, Lymphgefäßschäden und sogar CPL erhöht, sollten Milben immer gründlich und effektiv bekämpft werden. Bei starkem Milbenbefall solltest du unbedingt deinen Tierarzt kontaktieren und dessen Anweisungen befolgen. Um den Lebenszyklus der Milben zu unterbrechen, sind mehrere Behandlungen notwendig, da die Eier lange überleben können. Eine natürliche Behandlung ist ebenfalls möglich – kontaktiere uns dazu gerne! Zusätzlich ist es wichtig, die Widerstandskraft und das Gleichgewicht deines Pferdes zu unterstützen, zum Beispiel mit einem Extrakt aus der Gewürznelkenpflanze. Die Inhaltsstoffe dieser Pflanze wirken zudem entzündungshemmend und schmerzlindernd. Um zu verhindern, dass sich Milben auf deinem Pferd ansiedeln, kannst du ein Kräutersupplement verwenden, das dein Pferd für diese Parasiten unattraktiv macht. Dieses Supplement wird einfach dem Futter beigemischt.

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